Schildbürger laden erneut zum Kulturbanausen-Fest im Nenndorfer Kurpark
Mit großem Interesse konnten wir in einem Artikel der Schaumburger Zeitung Neues und Lustiges über die Nenndorfer Schildbürger lesen. Nach dem großen Reinfall des vergangenen Jahres (wir berichteten) scheinen die Wunden jetzt verheilt und so soll nun auch in diesem Jahr ein “großes” Fest der Kulturbanausen im Nenndorfer Kurpark stattfinden.
Auf Grund von Erfahrungswerten hält man sich scheinbar auf der Gegenseite – abgesehen von Kleinigkeiten – in diesem Jahr mit ernst gemeinten Verbotsforderungen und vorlauten Ankündigungen zurück. Am 10. Juni 2009 – rund zwei Monate vor dem großen Trauermarsch – wiesen wir einen der Nenndorfer Schildbürger in seine Schranken und sollten mit unserer Einschätzung Recht behalten:
So appelliert Dietmar Buchholz an alle, am 31. Juli und 1. August aktiv zu werden: „Wir lassen uns die Hoheit über Nenndorfs Straßen nicht nehmen.“ Dem entgegnen wir: „Lieber Herr Buchholz, auch Sie täten gut daran, sich nicht zu überschätzen und an ihrer Autosuggestion zu arbeiten. Am 1. August werden Sie eine, für Sie sicherlich bittere, Erfahrung machen müssen: Einen größeren Trauermarsch in Bad Nenndorf, als Sie ihn bisher gehabt haben!“
Vollkommen will die Gegenseite jedoch nicht nachgeben, so habe man auch in diesem Jahr wieder verschiedene Gruppen und Vereine eingeladen und wolle damit unter Beweis stellen, wie multikulturell das Schaumburger Leben sei. Es zeigt ich, wie die Gegenseite noch immer mit den Tatsachen des alliierten Folterlagers umzugehen gedenkt: Erst leugnen, dann verharmlosen, und wenn alles nicht hilft die Opfer öffentlich verhöhnen.
So werden daher neben türkischen Tänzen, indischen Speisen oder einer Bigband-Musik aus Bad Nenndorf auch weitere verschiedene Gruppen und Einzelpersonen angekündigt, die sich vom Nepp der Bauernfänger haben instrumentalisieren oder beirren lassen. Schlimmer noch: Neben den gesamten Unverschämtheiten gegenüber den hilflosen Folteropfern wurden und werden Kritiker aus der Bevölkerung mehrfach von der Gegenseite bedroht, beschimpft und beleidigt.
Kein Wunder also, wenn Kurgäste und Anwohner auch in diesem Jahr einen großen Bogen um den Kurpark machen. Doch schon bereits im vergangenen Jahr verstand man es die letzten ahnungslosen Kurgäste im Kurpark mit Gejaule und Gejohle zu verschrecken. Wir erinnern uns an diese Frechheit:
Als Resultat dessen war der Kurpark abgesehen von den eingesetzten Hilfskräften menschenleer und das große Kulturfest musste als weitere Niederlage auf dem Konto der Gegenseite verbucht werden. Ein Blick in unser Bilderarchiv lässt es mehr fraglich erscheinen, ob und wie es dem Nenndorfer Versagerbündnis in diesem Jahr überhaupt noch gelingen könnte endlich einen Erfolg zu verbuchen. Während wir einen ehrlichen Umgang mit dem Nenndorfer Bürger pflegen, bleiben ihnen wohl wieder nur miese Tricks und üble Gaunereien übrig.
Doch auch mit großen Ankündigungen will das Fest der Kulturbanausen bereits jetzt unter keinem guten Stern stehen, denn die Pleitegeier kreisen bereits wieder über dem Nenndorfer Versagerbündis, die Kassen sind wieder einmal leer. Einer der Veranstalter “hofft, noch private Spender zu finden und hat deshalb gleich die Nummer des Vereinskontos auf die kleinen Handzettel drucken lassen”, schreibt die Schaumburger Zeitung im benannten Artikel. Keine Seltenheit, denn bereits in der Vergangenheit fielen die gut situierten Hauptinitatoren der Gegenseite bereits mehrfach durch ihre dreisten Spendenaufrufe (hier nur auszugsweise!) auf:
- Zur Finanzierung der vielen Aktivitäten setzt das “Bündnis gegen Rechts” auf Spenden [...] “Wir lassen lieber mal eine Büchse rumgehen“, meint Mitorganisator Jürgen Uebel. Ein Zuschuss bei der Stadt ist beantragt, der Landkreis beteiligt sich mit 3.000 Euro. Uebel: “Das reicht aber nicht.” Wer steuerwirksam spenden möchte, kann das tun über das Konto der Jüdischen Gemeinde Bad Nenndorf (Schaumburger Nachrichten , 25.05.2007)
- “Das ist kein Forschungsprojekt”, erklärte DGB-Regionssekretär Steffen Holz. [...] Das Bündnis plant eine Broschüre und ist dafür auf Spenden angewiesen. (Schaumburger Nachrichten, 30.10.2008)
- Das Bündnis “Bad Nenndorf ist bunt” hofft auf einen Zuschuss zur geplanten Neuauflage der vergriffenen Broschüre “Bad Nenndorf im Dritten Reich” von Karl Josef Kreter. Danach soll sich die Stadt Bad Nenndorf mit 2.000 Euro beteiligen, allerdings ist im neuen Haushaltsplanentwurf kein Betrag dafür vorgesehen. Wer mithelfen will [...] kann sich mit einer Spende beteiligen. Unter dem Stichwort “Bad Nenndorf ist bunt” [...] Kontoinhaber ist die Jüdische Gemeinde Bad Nenndorf. (Schaumburger Zeitung , 20.11.2008)
- Gewerkschaftssekretär Steffen Holz hatte gehofft, dass sich die Stadt mit 1.000 Euro an der Geschichtsschreibung beteiligt [...] 2008 gab sie 500 Euro, die in Vorbereitungen geflossen sind [...] Er geht insgesamt von einem Finanzierungsbedarf von etwa 12.000 Euro aus, wovon um die 7.500 Euro sicher seien.Schaumburger Zeitung , 17.02.2010)
- 450 Euro, die als Zuschuss von der Stadt kommen (Schaumburger Zeitung, 25.05.2010)
Den aufmerksamen Leser wundert es also nicht, dass die Veranstalter vor lauter Hass und Wut auf die hilflosen Opfer des alliierten Folterlagers nicht nur die Grenzen von Anstand und Moral, sondern auch die Grenzen ihres finanziellen Spielraumes weit überschritten haben.
Hinweis: Für den interessierten Leser veröffentlichen wir an dieser Stelle, wie immer den gesamten Text des Artikels:
Multikulti vor der Musikmuschel
Bad Nenndorf (rwe). Türkische Tänze, indische Speisen oder Bigband-Musik aus Bad Nenndorf: Wie multikulturell das Leben in Schaumburg ist, will das Bündnis gegen Rechtsextremismus mit seinem internationalen Kulturfest „Bad Nenndorf ist bunt“ am Samstag, 5. Juni, von 14 bis 20 Uhr erneut unter Beweis stellen.Schon die Plakate sind ein Hingucker. Auf knalligem Magenta wirbt das Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ für sein mittlerweile fünftes internationales Kulturfest, das am 5. Juni ab 14 Uhr wieder möglichst viele Familien in den Kurpark locken soll.
Jedes Jahr wächst das Programm ein kleines Stück. „Wir wollen vor allem lokale Gruppen einbeziehen“, sagt Mitorganisator Jürgen Uebel mit Blick auf die Bigband des Gymnasiums, die erstmals mit dabei ist genau wie die Schülerband „Klappstuhl“ und Bad Nenndorfer Multi-Instrumentalist Ferdy Doernberg. Neu ist auch der kleine Förderverein Toskanina, der sich nicht nur wie viele andere Institutionen an dem Nachmittag vorstellt, sondern die aus der Ukraine stammende Bukowinder Dixie Band in die Kurstadt holen will.
Als Gegenstücke dazu nennt Uebel den VfL Bad Nenndorf oder die Theaterkiste Waltringhausen, die beide der Veranstaltung seit der Premiere 2006 die Treue halten. Auch die Beteiligung aus dem benachbarten Rodenberg nimmt zu. So kümmert sich die Sportgemeinschaft um das Torwandschießen, die Stadtschule um das Kuchenbüfett.
„Wir sind kein reines Nenndorfer Fest“, lädt Uebel die Vereine aus dem gesamten Landkreis ein. Das Präventionsprojekt „TuWat“ aus Stadthagen, der Allewitische Frauenchor aus Lindhorst oder die Afrikamarkt-Initiative aus Hagenburg sind am 5. Juni dabei.
„In die Tiefe wachsen“, nennt Uebel das Ziel, das Bad Nenndorfer Bündnis mit Unterstützung von außen noch stabiler zu machen und beim Protest gegen die Naziaufmärsche gemeinsam mit anderen Flagge zu zeigen. Schon die bisherigen Feste haben in den Augen der Organisatoren gezeigt, dass ein buntes und vielfältiges Leben und Feiern miteinander möglich und bereichernd ist. „So etwas ärgert die Neonazis“, weiß Uebel.
Doch zurücklehnen kann sich das Bündnis nicht, denn noch ist das Programm nicht komplett bezahlt. Die Resonanz bei den Sponsoren hätte in den Augen der Veranstalter stärker sein können. Obwohl die Gruppen ohne Gage auftreten oder nur der Aufwand erstattet wird, gibt es auch eine „Non-Profit-Veranstaltung“ nicht umsonst. Die Werbung und die Technik schlagen zu Buche. Die 450 Euro, die als Zuschuss von der Stadt kommen, können die Ausgaben nicht decken.
Uebel hofft, noch private Spender zu finden und hat deshalb gleich die Nummer des Vereinskontos auf die kleinen Handzettel drucken lassen, genau wie den Hinweis darauf, dass Neonazis und Anhänger rechtsradikaler Organisationen keinen Zutritt haben. Die Bankverbindung findet sich aber genauso wie das gesamte Programm im Internet unter der Adresse [...] (Schaumburger Zeitung, 25.05.2010)





