Gegenseite plant “Wissenschaftliche Dokumentation” im Sinne ihrer Geldgeber

utz_anhalt_bad_nenndorf Mit Interesse erfuhren wir, dass die Gegenseite behauptet endlich an einer „wissenschaftlichen Dokumentation“ bezüglich der Geschehnisse im Wincklerbad zu arbeiten. In der Schaumburger Zeitung von 17. Februar 2010 heißt es dazu in diesem Zusammenhang: „Schon seit gut zwei Jahren möchte das Bündnis die Geschichte des britischen Internierungslagers aufarbeiten lassen, um den Hetztiraden der Rechtsradikalen mit einer umfassenden und wissenschaftlich fundierten Schrift zu entgegnen.“ Bei dieser Formulierung mag sich der aufmerksame Leser fragen, warum man denn nicht schon viel früher damit begonnen habe, wenn man sich denn so sehr in Sicherheit wiegt. Aber natürlich wissen selbst unsere Gegner, dass man sich wie  immer im naiven Irrglauben befindet und es ihnen nicht gelingen kann uns und unser Wort zu widerlegen. Bei dem was man auf der anderen Seite als „wissenschaftliche Dokumentation“ betitelt handelt es sich somit um nichts anderes als einen weiteren Versuch die historischen Tatsachen zu verdrehen und die Opfer alliierter Kriegs- und Nachkriegsverbrechen schamlos zu verhöhnen.

Leider magelt es der gut betuchten Gegenseite mal wieder am lieben Geld. So seien von angesetzten Hertellungskosten in Höhe von €12.000,-  zur Zeit jedoch erst €7.500,- gesammelt. Doch wäre es nicht das Versagerbündnis, wenn man nicht wie immer andere Leute zur Kasse bitten würde und weil die Nenndorfer Schildbürger ohnehin immer überfordert waren, hatte man die große Aufgabe bereits vorsorglich nach Hannover abgegeben. „Die Federführung hat dabei das DGB-Büro Niedersachsen-Mitte in Hannover übernommen, das auch die Leitungsfunktion bei der Gegendemonstration innehat. Gewerkschaftssekretär Steffen Holz hatte gehofft, dass sich die Stadt mit 1.000 Euro an der Geschichtsschreibung beteiligt, doch im Kulturausschuss fand sich keine Mehrheit für den Antrag“, heißt es dazu in der Schaumburger Zeitung. Doch während die Stadt Bad Nenndorf die Versagertruppe 2009 noch mit €500,- unterstützte, so gibt es für die „wissenschaftliche Dokumentation“ in diesem Jahr keinen müden Cent. Aus dem Nenndorfer Rathaus erfuhren wir, dass man bereits im vergangenen Jahr die Gegenseite unterstützt hatte und – wegen Ausbleiben der prognostizierten Erfolge – von einer einer weiteren Finanzierung absehe.

Auf Grund der nicht enden wollenden Serie von Rückschlägen setzt die Gegenseite die Hoffnung in diesem Jahr auf ein ganz neues Pferd. Laut Zeitung arbeitet mittlerweile der „der Historiker und wissenschaftliche Journalist Utz Anhalt an dem Text. Etwa ein Drittel sei inzwischen geschrieben.“ Zu den bisherigen Aktivitäten von Anhalt informieren die Schaumburger Nachrichten vom 16. Februar 2010 „Autor Anhalt habe bereits Kontakte zu den Journalisten Heiner Wember (WDR) und Ian Cobain (Guardian, London) aufgenommen. Besonders zu letzterem würde Holz die Kontakte gerne vertiefen, da dieser auch Unterstützung beim Aufsuchen der Archive in London zugesagt hat. “Ein Besuch könnte die inhaltliche Qualität noch einmal erheblich verbessern”, so Holz. Um diese wichtige Quellenrecherche sicher finanzieren zu können, musste nun der von ihm geführte Verein “Projekt moderner Sozialismus” mit einer Spende einspringen.“

Es muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass die Person Utz Anhalt sicherlich teilweise gute Vorraussetzungen für diese Aufgabe mitbringen mag, dieses dennoch nichts an den historischen Fakten des Wincklerbades werden ändern können. Der gewünschte Erfolg der Gegenseite ist somit nicht zu realisieren. Aber auch dazu geben die Schaumburger Nachrichten bereits Auskunft, denn „Rückschläge beim Protest gegen die rechtsextremen Aufmärsche sind die Mitglieder im Bündnis “Bad Nenndorf ist bunt” gewohnt.“

Wir dürfen gespannt auf das Ergebnis der „wissenschaftlichen Dokumentation“ und deren Inhalte warten. Besonders interessant dürften die Formulierungen im Bezug auf einige der Vernehmungsoffiziere ausfallen, denn „als “kniffligen Punkt” und mögliche Mutmaßung nannte Scholl die Aussagen einiger Inhaftierter wie Mahnke und Horst Vogt, wonach jüdische Offiziere die Verhöre geführt hätten“, wie es die Schaumburger Nachrichten bereits am 31. Oktober 2008 formulierte. Im selben Artikel berichtete man über eine Informationsveranstaltung zu den Geschehnissen im alliierten Folterlager Wincklerbad:

Nicht nur vor dem Hintergrund der alljährlichen Neonazi-Aufmärsche brannte dem Publikum die Frage unter den Nägeln: “Warum ausgerechnet in Bad Nenndorf?” Naheliegend die Antwort: Im Schlammbadehaus waren (Bade)zellen vorhanden, das Gelände ließ sich leicht einzäunen und die ganze Gegend lag im Zentrum der Besatzungszone. Dass im Wincklerbad gefoltert wurde, blieb unstrittig. “Das Verhörzentrum unterstand dem Geheimdienst und dessen Methoden kamen zum Einsatz – Verstümmelung, Hunger, Schlafentzug und Psychoterror”, erklärt Scholl.

Es gab mehr als 400 Gefangene, Häftling Helmut Broichsitter wurde zum Tode verurteilt. Ein Scheinurteil, wie dieser nach endlosem Warten auf die Vollstreckung erfahren habe. “Morgens wurde man hochgebrüllt”, berichtete Kauffmann und Stifter Alfred C. Toepfer in einem Tonbandmitschnitt vom Hunger in seiner unbeheizten Einzelzelle ohne frische Luft oder Kontakt nach außen und einem Bett aus lückenhaften Brettern.

Marie Steinmeier, wohnhaft im Erlengrund, habe eines Nachts einem Häftling, der vor ihrer Tür um Hilfe flehte Kleidung gegeben. Am nächsten Tag wurde das Ehepaar Steinmeier wegen Fluchthilfe verhaftet und zu einem Jahr Gefängnis in Hameln verurteilt. Der Mann kam so krank zurück, dass er starb. Steinmeier sei bei seiner Festnahme in Ketten gelegt und geschlagen worden, mahnten weitere Zeitzeugen im Publikum, man dürfe nicht verschweigen, wie hier gefoltert wurde.

Handwerker Hugo Ehle, der als einer der Ersten nach der Räumung das Lager betreten habe, berichtete von Blutflecken an den Wänden. Der heute 80-Jährige pflegte Kontakt zu einem britischen Soldaten im äußeren Ring des Lagers.“ (Schaumburger Zeitung vom 31. Oktober 2008)

Während sich der DGB-Regionssekretär Steffen Holz heute als wahrheitsliebend gibt und damit meint die Nenndorfer Bürger täuschen zu können, fuhr er damals den interessierten Zuhörern und Zeitzeugen mit den Worten “das ist kein Forschungsprojekt” über den Mund. Hätten unsere Gegner ein wirkliches Interesse an dem, was sie seit Jahren lediglich vorgeben zu sein, dann würden auch sie endlich das Leid der Opfer alliierter Kriegs- und Nachkriegsverbrechen anerkennen, statt die Würde der Opfer Tat für Tag weiter mit Füßen zu treten. Ihre geheuchelte Humanität ist jedoch nichts weiter als eine billige Maskerade im Schauspiel der alliierten Besatzerpolitik.

Während wir als Ankläger – stellvertretend für die Opfer – sprechen, verteidigt die Gegenseite noch immer die Täter und versucht deren schreckliche Verbrechen mit allen Mitteln zu verharmlosen. Während wir es sind, die es sich zur Aufgabe gemacht haben die Wahrheit auch nach über 60 Jahren ans Licht zu bringen, sind sie es, die pausenlos bemüht sind die Spuren der Täter erneut zu verwischen, damit niemand erfahren kann, was damals wirklich passiert ist.

Es scheint also umso nahe liegender, wie die „wissenschaftliche Dokumentation“ inhaltlich ausfallen wird: Im Sinne eines Steffen Holz, des DGB und vorallem im Sinne der Geldgeber! Damit ist sie für die objektive Geschichtsschreibung als vollkommen wertlos zu erachten!


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