Gedenkbündnis Bad Nenndorf informiert die Leser der Deutschen Stimme erneut in der kommenden Ausgabe!

Das Gedenkbündnis beim DS-Verlag in Riesa Am vergangenen Dienstag machten sich die Aktivisten vom Gedenkbündnis Bad Nenndorf auf den Weg nach Riesa, um in den folgenden Tagen auch im Gebäude des Deutschen Stimme-Verlages für die gute Sache aktiv zu werden.

Während die Mitarbeitern des Deutsche Stimme-Verlages die August-Ausgabe für den Versand vorbereitet hatte, haben wir jedem Zeitungsexemplar unser aktuelles Mobilisierungsflugblatt beigefügt, damit auch die Leser der Deutschen Stimme über den Trauermarsch zum alliierten Folterlager Wincklerbad informiert sind.

Im Laufe eines Tages konnten wir durch unseren Einsatz im DS-Verlag mehrere tausend Menschen erreichen, diese auf das Geschehen rund um den Trauermarsch Bad Nenndorf und vor allem aber auf das Leid der wehrlosen Opfer alliierter Kriegs und Nachkriegsverbrechen aufmerksam machen. Uns ist besonders wichtig, dass mehr und mehr Menschen über die wahren Hintergründe der Befreiung erfahren, schließlich haben diese ein Recht auf uneingeschränkte Information.

Das Gedenkbündnis beim DS-Verlag in Riesa Die Menschen sollen und müssen wissen, dass dem vorherrschenden Zeitgeist noch etwas entgegensteht. Wir stellen uns auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit vielen Freunden und Aktivisten schützend vor die Opfer alliierter Kriegs und Nachkriegsverbrechen und rufen den Versagern der Gegenseite zu, dass Recht und Wahrheit eines Tages wieder zu ihrer ursprünglichen Bedeutung zurückfinden werden. Vor dem Wincklerbad – dem Symbol für alliierte Nachkriegsverbrechen – werden wir auch in diesem Jahr der Opfer gedenken, die Täter beim Namen nennen und die Lügen der Geschichtsschreiber entlarven.

Mit unserem beigelegten Aufruf haben wir dafür gesorgt, dass der Kreis der Wissenden weiter wachsen konnte. Wir haben uns an den Leser der Deutschen Stimme gerichtet, damit auch dieser die Notwendigkeit des Handelns erkennt und in seinem eigenen Umfeld aktiv wird. Also bleib auch Du nicht tatenlos, wenn das Vaterland nach Deiner Hilfe ruft. Die Reihen geschlossen, den Blick nach vorn! Organisiere auch Du für Dich und Deine Kameraden die Anreise in die niedersächsische Kurstadt Bad Nenndorf!

Anmerkung der Redaktion: Bereits im vergangenen Jahr veröffentlichte der Deutsche Stimme-Verlag in der Aufruf in der Deutschen Stimme - Ausgabe Juli 2009 Juli-Ausgabe einen Aufruf zur Teilnahme am Trauermarsch Bad Nenndorf 2009, sowie einen ausführlichen Hintergrundbericht über Ausmaß der alliierten Nachkriegsverbrechen im Folterlager Wincklerbad. Auch in diesem Jahr veröffentlichte der Deutsche Stimme-Verlag mehrfach den Aufruf zur Teilnahme am Trauermarsch Bad Nenndorf in verschiedenen Ausgaben der Zeitung.

Bereits damals erhielten wir nach der Veröffentlichung verschiedene Zuschriften aus dem Kreis der Leserschaft, in welchen Zuspruch, Dank und der Wille zur Mitarbeit bekundet wurde. Viele Menschen sind neugierig geworden und wollten mehr über das wichtige Thema erfahren.

Wir begrüßen auch diese Form der Unterstützung sehr und möchten uns an dieser Stelle sowohl beim DS-Verlag für die gute Zusammenarbeit, als auch beim Leser der Deutschen Stimme für ausgesprochenen Zuspruch und gemachte Unterstüztungsangebote bedanken.

An dieser Stelle möchten wir unserem interessierten Leser den Bericht über die Hintergründe des alliierten Folterlagers Bad Nenndorf – veröffentlicht in der Deutschen Stimme, Juli 2009 – zur Verfügung stellen:

»Befreier« als Folterknechte

Kriegsende 1945: Hintergründe zum britischen Folterlager in Bad Nenndorf

Bericht über die Hintergründe in der Deutschen Stimme - Ausgabe Juli 2009 Mittlerweile liegen die Geschehnisse weit über 60 Jahre zurück, doch erst heute kommt Licht ins Dunkel der Vergangenheit und durchbricht die Zeit jahrelangen Schweigens um das britische Folterlager im Wincklerbad zu Bad Nenndorf.

Nachdem der Ort von den Amerikanern besetzt und am 1. April 1945 an die Briten übergeben wurde, sollte Bad Nenndorf von nun an Zeugnis und Beweis für die skrupellose Vorgehensweise der Westalliierten sein.

Der Ortskern wurde innerhalb von 90 Minuten geräumt und die Bewohner aus ihren Häusern vertrieben. In diesem Gebiet richtete der britische Geheimdienst das sogenannte »No. 74 Combined Services Detailed Interrogation Centre (CSDIC)« ein, ein geheimes Hauptverhör- und Folterlager in der britischen Besatzungszone.

Das Wincklerbad wurde nach den Vorstellungen der Briten umgebaut: Bade- und Ruheräume wurden zu Verhör-, Folter- und Kerkerzellen umgebaut. »Fachleute ersten Ranges mußten am Werk gewesen sein, um das Badehaus zu einer teuflischen Arrestanstalt zu machen«, heißt es in einem Zeitzeugenbericht. Die Wachmannschaften waren eine auserlesene rüde Horde rauher Gesellen. Allesamt waren sie Angehörige einer Strafkompanie, die für ein kriminelles Delikt zu büßen hatten und den Rest ihrer Dienstzeit in Bad Nenndorf abdienten.

Geheimhaltung unmöglich

Trotz strengster Geheimhaltung machten bereits damals Gerüchte die Runde. Heute ist belegbar, daß die Gefangenen in Bad Nenndorf über Tage und Wochen hinweg gefoltert wurden, um so an Informationen und Geständnisse zu gelangen. Die Gefangenen mußten allerhand Schikanen über sich ergehen lassen: Schlafentzug, Aushungern bis zum Tode, Kältezellen und Kaltwasser, schwere Schläge, Streichhölzer unter Fingernägeln, Daumenschrauben, Schienbeinschrauben, Zerquetschen der Hoden, Bedrohung mit der Ermordung der Familie, Bedrohung mit der Ausführung von unnötigen Operationen usw.

Insgesamt waren 372 Männer und Jungen sowie 44 Frauen und Mädchen im Hauptverhörlager Bad Nenndorf interniert. Unter den Gefangenen befanden sich Offiziere der Abwehr und des Heeres, deutsche Diplomaten, Großindustrielle, SS-Offiziere, vermeintliche Spione und andere. Es ging nicht um Kriegsverbrechen: »Natürlich wissen wir, daß Sie und Ihre Kameraden keine Nazis waren. Aber Sie haben Pech. Sie verkörpern einen Typus, den wir noch mehr als die Nazis ausrotten wollen«, heißt es dazu in einer Vernehmung wörtlich.

Im Januar und Februar 1947 wurden mehrere Gefangene aus Bad Nenndorf in das Internierten-Hospital Rotenburg/Wümme eingeliefert. Die Patienten waren deutlich unterernährt, litten an Erfrierungen, und ihre Körper wiesen Verletzungen auf. Eine Geheimhaltung war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Auf Nachdruck verschiedener Stellen wurde eine Kontrollkommission eingerichtet, woraufhin das Folterlager Ende Juli 1947 geschlossen und die Gefangenen in andere Lager verlegt wurden.

Prozeßfarce

Bereits 1947 schrieb ein britischer Minister in Bezug auf Bad Nenndorf und die Folterungen im Wincklerbad die Notiz: »So wenig Menschen wie möglich sollten darüber wissen, wie die britischen Behörden gehandelt haben.« So ist auch zu erklären, daß die Geschehnisse in dem »verbotenen Dorf« Bad Nenndorf und dem Folterlager im Wincklerbad in Vergessenheit gerieten oder nicht zur Kenntnis genommen wurden. Auch die Akten befanden sich fortan unter Verschluß.

Die sogenannten Bad Nenndorf-Prozesse waren eine Farce sondergleichen. Während man in Nürnberg Todesurteile vollstreckte, sollte es im Fall Bad Nenndorf keine nennenswerten Verurteilungen geben. Die härteste Strafe bekam der ohnehin schon inaktive und kurz vor dem Ruhestand stehende Lagerarzt Capt John Stuart Smith. Der Kommandant des Lagers Lt. Col Robin Stephens wurde von allen Anklagepunkten freigesprochen, obwohl er nachweisbar an Übergriffen auf die Gefangenen aktiv beteiligt war.

Die Behauptung, die Engländer selbst hätten das Lager aufgelöst und anschließend den Tätern den Prozeß gemacht, ist eine der vielen Lügen und Ungereimtheiten im Zusammenhang mit den Vorgehensweisen der Siegermächte vor und nach dem 8. Mai 1945.

Nachtrag: Es werden Zeitzeugen gesucht: Wem sind Kameraden bekannt, die sich in den Jahren 1945-47 in der britischen Besatzungszone befanden? Besonders wichtig sind Personen, die direkt mit Hauptverhörlager Bad Nenndorf in Berührung kamen oder im Internierten-Hospital Rotenburg/Wümme untergebracht waren. Wer kann Informationen geben, bzw. kennt Zeitzeugen? Bitte dafür unsere Anschrift bei der Deutschen Stimme erfragen.

Arthur Schmidt


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